Erklärung der Georg-Elser-Initiative Bremen, 20.05.2026
Wir haben im Stadtteil mit den Mitgliedern des Beirats, den Vertretern des Ortsamts und weiteren Akteuren in den letzten Monaten intensiv zusammengearbeitet, um die vom Senat geforderte weitere Bürgerbeteiligung zur Umbenennung der Langemarckstraße in Georg-Elser-Allee mitzugestalten. Wir danken insbesondere allen beteiligten Beiratsmitgliedern und den Vertretern des Ortsamtes für ihren unermüdlichen persönlichen Einsatz für die gute Sache. Und gerade die Beiratsmitglieder haben dies ja ehrenamtlich neben ihrem anderen großen Engagement für den Stadtteil getan.
Aus den Stellungnahmen der Bürgerinnen und Bürger ergibt sich in Teilen ein sehr differenziertes Meinungsbild zu diesem Thema. Viele Menschen haben sich konstruktiv mit der geplanten Umbenennung auseinandergesetzt. Wir konnten erkennen, dass eine erhebliche Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern dem Ansatz des Beirats und unserer Initiative folgen wollte und Georg Elser als mutigen Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime ehren wollte. Verbunden damit die Beseitigung der Kriegspropaganda fördernden Benennung des Straßenzuges in Langemarckstraße im Jahre 1937.
Ein wesentlicher Teil der antwortenden Bürgerinnen und Bürger war ganz offensichtlich auch dankbar für die Aufklärungsarbeit der Zwischenzeit zum Thema Mythos von Langemarck und zur Entstehung des Namens Langemarckstraße. Von diesen Menschen kam dann auch sehr oft der Wunsch, den Straßennamen zu erhalten und ein ehrenvolles Andenken an die in Belgien Gefallenen des ersten Weltkrieges auch in Bremen aufzubauen.
Leider gab es in den vergangenen Jahren auch sehr unqualifizierte und aufhetzende Beiträge zu diesem Thema. Diese so erzeugte Stimmung entlud sich in pöbelnden Emails, Briefen und insbesondere auch in der ersten Bürgerversammlung.
Völlig unbeachtet blieb dabei, dass der Stadtteilbeirat ja nicht nur die Umbenennung beschloss, sondern zugleich auch die Förderung des Alleecharakters forderte und wirksame Schritte zum Gedenken an den Mythos von Langemarck befürwortete.
Für uns ist es nach intensiver interner Beratung sehr wichtig, euch mitzuteilen, dass zu keinem Zeitpunkt das Gedenken an die in Belgien Gefallenen des ersten Weltkrieges und das Andenken und die Ehrung des Widerstandskämpfers Georg Elser gegeneinander ausgespielt werden sollten und dürfen. Von einigen Bürgerinnen und Bürgern ist die öffentliche Debatte leider in diese Richtung zugespitzt worden. Das beschädigt beide berechtigten Ansinnen. Der Name Georg Elser sollte zukünftig positiv mit dem Straßenzug verbunden sein.
Wir ziehen hiermit unseren Antrag vom 14. September 2022 auf Umbenennung des Straßenzuges zurück. Der Stadtteilbeirat wird sich in den nächsten Wochen noch intensiv mit dem Thema beschäftigen und eine Entscheidung zur Umbenennung treffen. Sollte die Entscheidung getroffen werden, die Umbenennung nicht durchzuführen, regen wir an, den Zentralbereich der Neustadtswallanlagen in Georg-Elser-Park zu benennen und bitten den Beirat, dafür alle Schritte einzuleiten. Wir bieten an, verantwortlich in jeder Hinsicht an der Ausgestaltung mitarbeiten. Dazu könnte ergänzend auch eine Benennung der ÖPNV-Haltestelle in „Hochschule Bremen/ Georg-Elser-Park“ infrage kommen.